Tanzschule Schwechat

Tänze: Wiener Walzer

Zugehörigkeit: Standard
Takt: 3/4-Takt
Geschwindigkeit: ca. 60 Takte pro Minute
Kurse: Anfängerkurs, Bronzekurs, Silberkurs, Goldkurs, Goldstarkurs, VIP-Meeting

Karen und Marcus Hilton M.B.E. Der Wiener Walzer ist mit seinen zahlreichen Varianten ein uralter, vor allem im Alpenraum beheimateter Volkstanz, der wegen seiner Ungezügeltheit vielfach bekämpft wurde. Allerdings war unsere heutige Drehfigur ursprünglich nur der Schlussteil des Tanzes. In Deutschland wurde er 1932 ins Turnierprogramm aufgenommen. Paul Krebs und Karl v. Mirkowitsch entwickelten aus dem Dreh- den Schwingtanz, und Paul Krebs setzte ihn international (speziell im zunächst widerstrebenden England) als solchen durch.
Da das Schrittmuster selbst sehr einfach ist und außer dem Wechsel und dem Fleckerl in der gegenwärtig festgeschriebenen Turnierform dieses Tanzes keine Variationen auftreten, lebt der Tanz ausschließlich von der Beherrschung des sich ständig wiederholenden Grundablaufes von Step-Swing-Tum. Eine Schwäche in dieser Kette prägt den Gesamteindruck, denn sie kann durch nichts überspielt werden.
Der Ursprung des Tanzes (unter wechselnden Namen) lässt sich bis ins 12. Jhdt. zurückverfolgen. Der seit dem 17. Jhdt. bekannte, vor allem aber im 18. Jhdt. verbreitete Name für die seit dem Mittelalter bekannten süddeutschen, alpinen, paarweise getanzten, erotischen Werbe-Drehtänze im 3/4-Takt. Sie wurden auch als Schwäbisch, Steyrisch, Langaus, Schleifer oder Deutscher Tanz (auch Deutscher oder Teutscher) bezeichnet. Die langsame ländliche Form des Deutschen wurde seit 1770 auch als Ländler genannt. Das letzte Walzerverbot gab es 1767 in Würzburg.
Karen und Marcus Hilton M.B.E. Mit dem Walzer betrat das gemeine Volk Gesellschaft und Ballsaal. Aber noch der städtische Deutsche kam eindeutig aus den unteren Klassen, er stand daher an der letzten Stelle in der sozialen Rangfolge der Tänze. So tanzen in Mozarts Don Giovanni Don Ottavio und Donna Anna das aristokratische Menuett, Don Giovanni und Zerlina den bürgerlichen Contre, während der Diener Leporelle und der Bauer Masetto den rustikalen Deutschen tanzen.
Der Durchbruch kam von zwei Seiten: vom deutschstämmigen Teil des Elsaß und von Wien. Mozart, Beethoven und Schubert schrieben Deutsche Tänze, die nichts anderes waren als Walzer, zu denen zumindest theoretisch getanzt werden konnte. Am preußischen Hof wurde der Wiener Walzer 1794 verboten; dass er jedoch zwanzig Jahre später ausgerechnet auf dem restaurativen Wiener Kongress Triumphe feierte, beweist, wie sehr sich das neue Lebensgefühl bereits durchgesetzt hatte.

Typische Figuren: Rechtsdrehung, Linksdrehung, Wechsel, Fleckerl

Textquelle: Wörterbuch des Tanzsports, © 1990, Kastell Verlag GmbH, ISBN 3-924592-21-7

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